Vanlife für Anfänger:

worauf du bei deinem ersten Vanlife Abenteuer achten solltest 

Dich hat die Abenteuerlust gepackt und du hättest mal so richtig Bock auf einen Roadtrip? 

Dann können wir nur sagen:  Go for it!

Es ist wirklich ein ganz besonderes Gefühl der Freiheit. Wir lieben diese Flexibilität und empfinden es als aufregende, aber doch friedliche Selbstfindung. Nach jedem Trip  ist man ein Upgrade seines selbst.

Zuerst solltest du aber klären, ob du wirklich der Typ für ein Roadtrip bist. Wenn die folgenden Punkte auf dich zutreffen, dann solltest du dir vielleicht doch lieber einen All-Inclusive-Club-Urlaub buchen:

  • Du verzichtest ungern auf Luxus und willst dich im Urlaub am liebsten um nichts kümmern und nur Cocktails am Pool schlürfen.
  • Du brauchst viel Platz und Privatsphäre.
  • Dich stresst es, viele Stunden Auto / Van zu fahren.
  • Du bist nicht gerne in der Natur.

Für diejenigen, die noch immer Feuer und Flamme sind, haben wir hier 10 Anfänger Tips, welche dir bei deinem ersten Trip auf jeden Fall helfen werden.

#1 Weniger ist mehr

 

Leude, wir sagen euch eins. Lasst euer ganzes unnützes Zeug Zuhause! Auch wir packen oft viel zu viel ein und das Endresultat ist IMMER, dass wir komplett entnervt unseren Scheiß von einem Platz auf den nächsten schmeißen. Es wird soviel Zeit verschwendet, um irgendwelchen Kram zu suchen, um nach 4 Wochen festzustellen, dass wir die Hälfte nichtmal benutzt haben. Jow, aber Hauptsache wir hatten alles dabei.

Geht also mal im Kopf durch was ihr wirklich jeden Tag benutzt. Und dann filtert diese Dinge.

Auf was kann ich verzichten? Vielleicht brauche ich dieses oder jenes Pflegeprodukt doch nicht so dringend. Und was braucht ihr wirklich. Wie z.B. Kontaktlinsen, Medikamente oder last but not least, die Zahnbürste!

Auch bei den Klamotten solltet ihr bei jedem Teil zweimal fragen, brauch ich das überhaupt?

Ich weiß, wir Mädels haben es da schon deutlich schwerer, wir wollen immer auf alles vorbereiten sein, man weiß ja nie was passiert und für was man sich mal hübsch machen will 🙂

Aber ihr könnt euch entspannen. Man kann immer und überall seine Sachen Waschen und schließlich will man ja auch auf der Reise ein paar schöne Stücke einkaufen, die man dann sowieso viel lieber tragen möchte 😉

Bestückt euren Reisekleiderschrank also am besten so, als wenn ihr für 7 Tage packt.

Das heißt z.B.: 

  • 7 x Unterwäsche (Schlüpper, Socken, BH)
  • 2 x Jeans
  • 2 x Shorts
  • 1-2 x Bikini oder Badehose
  • 3 x Tanktops
  • 4 x T-Shirts
  • 2 x Pullover…
  • ggf. (Regen)Jacke

Natürlich hängt die Packliste auch von eurem Reiseziel und eurer Busgröße ab. Wollt ihr nach Irland würde ich vielleicht ein Pulli mehr mitnehmen und die Shorts streichen 🙂

Eine gewisse Übersicht und Ordnung ist auf so kleinem Raum wie in einem Bus einfach unverzichtbar, also macht es euch so einfach wie möglich, mit weniger unnützem Ballast!

#2 Musik und Bücher

 

Bereite deine Mediathek gut vor! Vergiss dabei nicht alles so zu downloaden, dass du auch offline alles abrufen kannst. Besonders die langen Fahrten bekommen mit eurer Lieblings Musik einen ganz anderen Flair. Und ich kann euch sagen, ihr werdet viel Zeit rumkriegen müssen, besonders als Beifahrer. Deswegen solltet ihr euch unbedingt vorher um eure Musik, Bücher, Filme usw kümmern. Und am besten nicht wie ich früher, erst ein Abend vor Abreise, um sich dann zu ärgern, dass man doch dieses eine tolle Lied nicht auf der Playlist hat. Glaubt mir, ihr werdet dankbar sein, wenn ihr einen geilen Sonnenuntergang mit Musik, die ins Herz geht, genießen und dabei tief in dem Moment versinken könnt.

 

#3 Adapter für eure Technik

 

Eure technischen Helfer wie Handy, Navi oder Kamera, um die schönen Momente festzuhalten, werden eine wichtige Rolle auf eurem Trip spielen. Klar, man sollte sich nicht stumpf auf die Technik verlassen, aber es wird einfach ein sehr wichtiger Bestandteil sein! Mit dem Handy sucht man oft neue Stellplätze, Internet Spots, etwas zu Essen, eure Route und nicht zuletzt auch als Hilferuf, solltet ihr eine Panne haben. Schaut also, dass ihr Adapter habt, mit denen ihr eure Technik im Bus mit dem 12 Volt Zigarettenanzünder laden könnt. Außerdem evt. nicht verkehrt einen Universalstecker, mit dem ihr auf der ganzen Welt die jeweiligen Steckdosen vor Ort benutzen könnt. Manchmal vergisst man mal sein Handy oder Laptop zu laden und falls ihr mal ein Café aufsucht, könnt ihr schnell noch ein paar Prozent Akku mitnehmen 🙂

Außerdem für uns mittlerweile unabdingbar geworden sind Powerbanks. Davon haben wir meistens 2 Stück dabei. 1 x 10.000 mAh Kapazität und 1 x das doppelte, also 20.000 mAh. Die 10.000er ist nicht größer als ne Zigarettenschachtel und passt somit in jede Hosentasche. Und mit der großen Powerbank könnt ihr die kleine easy 2 x wieder aufladen. 

#4 Geht vorher grob eure Strecke durch

 

Jaaa ich weiß, wenn man an das Reisen im Bus denkt, hat man oft die Vorstellung von absoluter Spontanität. Man schmeißt seine 7 Sachen in den Bus und ab geht´s in die Freiheit. Und ja, das ist auch so. Bzw man kann das ruhig so machen, wenn man nicht so einen ausgeprägten Sicherheitsdrang hat und sich gerne von der Welt überraschen lässt. Ich mach das zum Beispiel ganz gerne und mache mir dabei auch nicht so viele Sorgen. Das wird schon irgendwie passen ist meine Devise. Aber es ist völlig normal in der heutigen Welt, dass die meisten sich mit einem Plan und etwas Struktur wohler fühlen, und darauf muss man auch beim Leben im Bus nicht verzichten.

Nimm dir eine Karte und schaue wo du hin willst. Such dir eine Strecke raus und überlege dir wo du alles mal halten möchtest, was du besichtigen oder entdecken möchtest. Wenn du dich beim wildcampen nicht wohl fühlst, suche dir schon von Zuhause Campingplätze oder Stellplätze raus. Besonders bei großen Campingplätzen ist rechtzeitiges Buchen unbedingt sinnvoll.

Ansonsten gilt:  Your home is where you park it

#5 Sucht nicht im dunkeln einen Platz zum stehen.

 

Ihr fahrt und fahrt und ruck zuck ist es dunkel. Versucht das unbedingt zu vermeiden, besonders als Anfänger. Denn das sorgt unnötig für Panik! Aus Erfahrung kann ich euch sagen, sich im dunkeln in fremder Umgebung zu orientieren und sicher zu fühlen ist wesentlich unentspannter als ganz easy im Hellen an zu kommen, zu sehen wo man steht und sich erstmal umzuschauen. Schließlich sollte man genau gucken wo man sich hin stellt. Sicherheit, Untergrund (ist der Boden sehr sandig könnt ihr schnell stecken bleiben) und Parkverbote sollten immer berücksichtigt werden.

Am besten steckt ihr euch ein ungefähres Tagesziel. Wie weit wollt ihr ungefähr kommen und wie lange braucht ihr dafür? Wann geht die Sonne unter? Habt ihr schon einen Stellplatz im Kopf oder müsst ihr euch am Ziel erstmal orientieren?

Wenn ihr diese Tips beachtet, werdet ihr auch dann noch ganz entspannt sein, wenn ihr nicht sofort ein geeigneten Platz findet, bei dem ihr euch wohl fühlt. Schließlich habt ihr ja genug Zeit einen anderen zu finden.

 

#6 Informiert euch über die Strassenverkehrsregeln in den jeweiligen Ländern

 

Tut ihr das nicht, kann das dem Portemonnaie richtig weh tun! Jedes Land hat ganz unterschiedliche Straßenverkehrsregeln. Zum Beispiel müsst ihr in Italien nach hinten überstehende Ladung (z.B. Fahrräder) mit einer 50 x 50 cm großen rot-weiß schräg gestreiften Warntafel kennzeichnen.

Informiert euch gut über die Mindestgeschwindigkeiten, Parkverbote und individuellen Fahrgebote!

#7 Strassenkarten.

Oldschool, kann euch aber den Arsch retten 

Klar, Fortschritt durch Technik usw. Aber wenn der ganze Kram mal abschmiert, wollt ihr ja nicht völlig hilflos in der Pampa sitzen oder? Es ist immer ein gutes Gefühl, zur Not auch ohne Navi, Handy & Co. den Überblick zu behalten. Deswegen packt unbedingt ganz oldschool eine Straßenkarte ein. Damit seid ihr immer auf der sicheren Seite.

Meine Eltern sind mit Atlas und Straßenkarten durch die halbe Welt getingelt 😉

#8 Wasservorrat

 

Wenn ihr in eurem Bus unterwegs seid und regelmäßig euer Wasser auffüllen müsst, weil es nicht wie von alleine durch den Wasserhahn rinnt, wird euch erstmal bewusst werden, wie viel Wasser wir eigentlich verbrauchen. Deswegen versucht an jedem Ort an dem ihr Frischwasser auffüllen und euer Abwasser ablassen könnt, dies auch zu tun! Man weiß nie genau wann sich diese Gelegenheit wieder ergibt und ist der Abwassertank bei Temperaturen von 30 Grad randvoll, macht Vanilfe auch keinen spaß mehr!

Natürlich ist es sinnvoll so wassersparend wie möglich zu sein, trotzdem ist es einfach für die Psyche eine enorme Entlastung zu wissen, man hat genug Wasser!

#9 Seid offen für neues

 

Unerlässlich und Grundlage für jedes Abenteuer! Ihr werdet viele fremde Menschen und Sprachen kennenlernen, unbekannte Orte oder ungewohntes Essen wird euren Reisealltag erfüllen. Aber genau das macht das Reisen doch auch so aufregend und bewusstseinserweiternd! Und ihr werdet viele viele tolle Begegnungen und Erfahrungen machen, wenn ihr euch darauf einlasst und offen und freundlich auf die Leute zugeht. Respekt, Rücksicht und ein nettes Lächeln ist alles was ihr dabei braucht 😉

#10 Plant nicht zu viel,

lasst euch treiben

 

Als letzten Tipp möchte ich euch nur noch eines mit geben. Plant nicht zu viel oder seid zu verbissen, lasst das Abenteuer einfach auf euch zu kommen und genießt es. Man kann nicht immer alles genau planen, das Leben passiert einfach! Gutes wie Schlechtes. Freundet euch also damit an, dass Veränderungen, Improvisation und Minimalismus einfach zum Vanilfe dazu gehören. Werft also euer gesellschaftlich initiiertes Sicherheitsgefühl über Board und ich kann euch sagen, ihr werdet euch befreiter denn je fühlen!